Organisation » Belastungsorientierte Auftragsfreigabe:
Grundproblem der
Werkstattfertigung
ist es, die vorhandenen Kapazitäten maximal auszulasten und zugleich die
Durchlaufzeiten möglichst gering zu halten. Bei arbeitsteiliger Produktion
stehen diese beiden Anforderungen in einem Widerspruch zueinander, da die
Annahme einer gleichartigen Belastung aller Arbeitsplätze durch die
einzelnen Aufträge unrealistisch ist. Vielmehr kommt es zu Engpässen und
Verstopfungen des Produktionsprozesses, wenn die Belastungsgrenze eines
oder mehrerer Arbeitsplätze überschritten wird und sich dort die Aufträge
häufen, während an anderen Arbeitsplätzen Kapazitäten ungenutzt bleiben.
Je höher die Kapazitätsauslastung ist, desto größer ist diese Gefahr.
Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe hilft, diese Gefahr zu
umgehen.
Voraussetzung dafür ist ein hinreichend genauer Überblick
über die zur Verfügung stehenden Kapazitäten und die Belastungsgrenzen an
den einzelnen Arbeitsplätzen sowie über die Menge der Aufträge und ihre
Ablieferungstermine.
Prinzip der belastungsorientierten
Auftragsfreigabe ist es, keine neuen
Auftrag in die Fertigung zu geben, wenn
an einem Arbeitsplatz die Belastungsgrenze erreicht ist. Dadurch wird die
Durchlaufgeschwindigkeit optimiert.
Vorgehensweise:
- Die Aufträge werden nach Dringlichkeit sortiert. Aufträge,
deren Fertigungsbeginn auch nach der Planperiode liegen kann, werden nicht
freigegeben.
- Es wird geprüft, ob durch die jeweilige
Freigabe der Aufträge nach Dringlichkeit die Belastungsgrenze eines
Arbeitsplatzes überschritten wird. Ist dies nicht der Fall, wird der Auftrag zur Fertigung freigegeben.