Unternehmensführungs-Lexikon

Rubrik: Rechnungswesen Marketing Organisation Controlling
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Organisation » Belastungsorientierte Auftragsfreigabe:

Grundproblem der Werkstattfertigung ist es, die vorhandenen Kapazitäten maximal auszulasten und zugleich die Durchlaufzeiten möglichst gering zu halten. Bei arbeitsteiliger Produktion stehen diese beiden Anforderungen in einem Widerspruch zueinander, da die Annahme einer gleichartigen Belastung aller Arbeitsplätze durch die einzelnen Aufträge unrealistisch ist. Vielmehr kommt es zu Engpässen und Verstopfungen des Produktionsprozesses, wenn die Belastungsgrenze eines oder mehrerer Arbeitsplätze überschritten wird und sich dort die Aufträge häufen, während an anderen Arbeitsplätzen Kapazitäten ungenutzt bleiben. Je höher die Kapazitätsauslastung ist, desto größer ist diese Gefahr.

Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe hilft, diese Gefahr zu umgehen. Voraussetzung dafür ist ein hinreichend genauer Überblick über die zur Verfügung stehenden Kapazitäten und die Belastungsgrenzen an den einzelnen Arbeitsplätzen sowie über die Menge der Aufträge und ihre Ablieferungstermine.

Prinzip der belastungsorientierten Auftragsfreigabe ist es, keine neuen Auftrag in die Fertigung zu geben, wenn an einem Arbeitsplatz die Belastungsgrenze erreicht ist. Dadurch wird die Durchlaufgeschwindigkeit optimiert.

Vorgehensweise:

  1. Die Aufträge werden nach Dringlichkeit sortiert. Aufträge, deren Fertigungsbeginn auch nach der Planperiode liegen kann, werden nicht freigegeben.

  2. Es wird geprüft, ob durch die jeweilige Freigabe der Aufträge nach Dringlichkeit die Belastungsgrenze eines Arbeitsplatzes überschritten wird. Ist dies nicht der Fall, wird der Auftrag zur Fertigung freigegeben.