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Überprüfung des Fremdvergleichsgrundsatzes - Schwarz und Stein untersuchen indikative Referenzwerte

Kurznachricht zu "Benchmarking von Verrechnungspreisen" von Prof. Dr. Christian Schwarz und StB/FBIStR Dr. Stefan Stein, original erschienen in: DB 2019 Heft 22, 1217 - 1220.

Die Autoren erläutern einleitend den Begriff "Verrechnungspreise". Diese beschreiben Wertansätze für den Güter- und Dienstleistungsaustausch innerhalb von Unternehmen und Konzernen, die nicht über Angebot und Nachfrage freier Märkte koordiniert werden, sondern vielmehr Subjekt einer zweckorientierten Bewertung durch Unternehmen sind. Sie verknüpfen verschiedene Wertschöpfungsstufen im Unternehmen und sind daher insbesondere relevant bei den "klassischen" Stufen der Wertschöpfung Produktion und Vertrieb. Schwarz und Stein analysieren im Folgenden die für die typischen Renditekennziffern "Nettokostenaufschlagsatz für Produktionsfunktionen" und "operative EBIT-Marge für Vertriebsfunktionen" indikativen Referenzwerte. Die empirische Studie der Autoren basiert auf einem pan-europäischen Unternehmensset für die Jahre 2015 bis 2017. Die Untersuchungsergebnisse, die die Autoren anhand von Tabellen verdeutlichen, stellen sich im Wesentlichen wie folgt dar: (1.) Ohne die Berücksichtigung weiterer Vergleichbarkeitsfaktoren (u. a. die Geschäftsstrategie) sind für Produktionsfunktionen im Median Nettokostenaufschlagsätze von ca. 5% und für Vertriebsfunktionen operative EBIT-Margen im Median von ca. 3% zu beobachten.

(2.) Vor dem Hintergrund möglicher steuerlicher Unsicherheiten in Bezug auf die Wahl des Zeitpunkts der Ermittlung von Fremdvergleichspreisen (Price Setting Approach; Outcome Testing Approach), ist zu empfehlen, bei der Preissetzung einen gewissen Risikopuffer für den sog. Hindsight-Effekt zu berücksichtigen. Empirisch, so Schwarz und Stein, erscheint ein Risikopuffer von einem halben Prozentpunkt sinnvoll. (3.) Die Berücksichtigung weiterer Vergleichbarkeitsfaktoren macht regionale Unterschiede deutlich, auch innerhalb Europas. Es kann deshalb einzelfallbezogen empfehlenswert sein, bei einem pan-europäischen Datenbankansatz regionale Unterschiede zumindest zu analysieren. (4.) Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Branche oder Industrie kann einen erheblichen Einfluss auf die maßgebliche Renditekennziffer haben. Vor diesem Hintergrund ist im Rahmen von Benchmarkanalysen auf eine sachgerechte Abgrenzung der Industrie- resp. Branchenzugehörigkeit zu achten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.