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Durchschnittssatzbesteuerung bei Land- und Forstwirten

Mit Schreiben vom 27.10.2010 - IV D 2 - S 7410/07/10016 - nimmt das Bundesfinanzministerium (BMF) zur Durchschnittssatzbesteuerung bei Land- und Forstwirten im Rahmen der Umsatzsteuer Stellung.

Im deutschen Umsatzsteuerrecht besteht für Land- und Forstwirte eine vereinfachte Besteuerungsform (§ 24 Umsatzsteuergesetz - UStG). Nach diesem Besteuerungssystem unterliegen die Umsätze des Land- und Forstwirts verschiedenen pauschalen Umsatzsteuersätzen. Gleichzeitig werden die Vorsteuerbeträge für erhaltende Leistungen ebenfalls nach Durchschnittssätzen (wie bei der Umsatzsteuer in Prozent von der Bemessungsgrundlage der Umsätze) festgelegt. In der Regel sind die Durchschnittssätze für die Umsatzsteuer und die Vorsteuer gleich hoch, sodass keine Umsatzsteuerzahllast entsteht.

Mit diesem System wird erreicht, dass die meisten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe keine gesonderten Aufzeichnungen führen müssen und keine Umsatzsteuererklärung abzugeben haben. Die Umsatzsteuer darf von dem Land- und Forstwirt in Höhe des zutreffenden Durchschnittssatzes gesondert in Rechnungen ausgewiesen werden und der Rechnungsempfänger hat insoweit einen Vorsteueranspruch.

Das BMF-Schreiben befasst sich mit verschiedenen Aspekten der Durchschnittssatzbesteuerung. Es ergänzt den neuen Umsatzsteuer-Anwendungserlass vom 01.10.2010 (s. hierzu unsere News vom 25.10.2010). Sie finden das Schreiben auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Holger Höwel.