Steuer-Lexikon

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Mit der Bahncard können Fahrausweise der Deutschen Bahn AG zu einem ermäßigten Preis erworben werden.

Die Kosten für die Beschaffung einer Bahncard sind beim Arbeitnehmer grundsätzlich als Werbungskosten abzugsfähig, wenn er regelmäßig mit der Bahn Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und/oder Auswärtstätigkeiten durchführt. Die mögliche private Mitbenutzung der Bahncard kann dabei unberücksichtigt bleiben.
Aufwendungen für den Erwerb der Bahncard 100 sind im Kalenderjahr der Zahlung als Werbungkosten absetzbar. Ausgaben für die Bahncard sind keine regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben i.S.d. § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG (FG Baden-Württemberg , 17.01.2008 - 6 K 2192/07, DStRE 2009, 133, Revision wurde eingelegt, das Verfahren jedoch nach Rücknahme der Revision eingestellt; BFH-Beschluss, 25.08.2008 - VI R 8/08).

Beispiel:
A mit einer Bahncard zum Preis von 6.000 EUR fährt mit der Bahn an 200 Tagen zur 220 km entfernten Arbeitsstätte. Er zahlt am 13.1.2009 6.000 EUR für Januar bis Dezember und am 15.12.2009 erneut 6.000 EUR für Januar bis Dezember 2010. Die Kosten für die Bahncard für den Zeitraum Januar bis Dezember 2011 zahlt er erst am 12.1.2011. Er nutzt die Karte auch für private Fahrten (ca. 4.000 km jährlich). Für 2009 kann A 2 x 6.000 EUR = 12.000 EUR als Werbungskosten geltend machen. Ein Privatanteil ist nicht zu berücksichtigen, weil diese von untergeordneter Bedeutung sind und Einzelfahrkarten für die beruflichen Fahrten teurer wären, als der Preis für die Jahreskarte. Für 2010 ist u.E. die Entfernungspauschale in Höhe von 4.500 EUR abziehbar, auch wenn in diesem Jahr tatsächlich keine Zahlung für die Netzkarte geleistet wurde. Für 2011 sind dann wieder die tatsächlichen geleisteten Beträge begünstigt. Das o.g. Urteil des FG Baden-Württemberg v. 17.01.2008 enthält durchaus Argumente, die Entfernungspauschale im Beispielsfall in 2010 nicht anzusetzen. Das FG musste sich hiermit aber nicht abschließend beschäftigen, da es im Streitjahr um das Abflussprinzip ging.




Ersetzt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Aufwendungen für die Bahncard, sind folgende Fälle zu unterscheiden:

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Jahresnetzkarte, so führt dies zum sofortigen Zufluss von Arbeitslohn, wenn dem Arbeitnehmer mit der Karte ein uneingeschränktes Nutzungsrecht eingeräumt wurde (BFH, 12.04.2007 - VI R 89/04).Die Netzkarte gewährte dem Kläger nach den tatsächlichen Feststellungen des FG die umfassende Möglichkeit zur Nutzung der Verbindungen der DB-AG. Für die Nutzung der Netzkarte war weder eine Anzeige der einzelnen Fahrten noch das Lösen weiterer Fahrausweise der DB-AG erforderlich. Die Netzkarte verschaffte dem Kläger damit das uneingeschränkte Nutzungsrecht hinsichtlich der Verbindungen der DB-AG. Die Argumentation der Gegenseite, dass ein Zufluss erst bei tatsächlicher Inanspruchnahme der einzelnen kostenlosen Fahrten angenommen werden könne, fand kein Gehör.


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