Existenzgründungs-Handbuch

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Bei einer Existenzgründung bietet insbesondere die Fremdkapitalbeschaffung durch öffentliche Förderkredite viele Vorteile. Unter bestimmten Voraussetzungen können Existenzgründer daher auf öffentliche Fördermittel von Bund, Ländern oder der Europäischen Union zurückgreifen.

Die Existenzgründerförderung ist in erster Linie eine personenbezogene Förderung, um eine tragfähige Existenz gründen zu können. Es bestehen für eine Existenzgründung in Deutschland derzeit ca. 170 nationale und internationale Förderprogramme.

Daneben werden bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in der Gründungsphase auch von der Bundesagentur für Arbeit Zuschüsse gezahlt, vgl. Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit.

1. Wichtige Förderprogramme

Die bekanntesten Förderprogramme kommen aus ERP-Mitteln (European Recovery Programm), von der Deutschen Ausgleichsbank und der Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW). Dazu zählen u.a.

Bei der Gewährung von Fördermitteln sind zahlreiche Formalkriterien zu beachten. Die Missachtung nur eines Kriteriums kann bereits die Vergabe von öffentlichen Fördermitteln verhindern.

2. Formalkriterien

Die Gewährung eines jeden Fördermittels unterliegt eigenen Voraussetzungen. Die Beantragung der meisten Fördermittel erfordert jedoch u.a. die folgenden Voraussetzungen:

Praxistipp:
Öffentliche Fördermittel müssen Sie grundsätzlich beantragen. Gehen Sie keine finanziellen Bindungen ein, ohne sich über solche Förderprogramme und den Antragszeitpunkt zu informieren. Im Nachhinein werden keine Fördermittel bewilligt (Ausnahme: Investitionszulage).


Informieren Sie sich über das passende Förderprogramm z.B. durch eine Beratung bei der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer.

3. Existenzgründungen aus der Hochschule

Allgemein
Für Hochschulabsolventen, die direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit gehen möchten, sind gesonderte Förderprogramme entwickelt worden. Der Förderbeginn liegt dabei teilweise noch in der Zeit des Studiums.
Als Beispiele sollen daher zwei Förderungen für sogenannte Existenzgründungen aus der Hochschule dargestellt werden:

Pfau
Die Förderung mit dem Förderprogramm Pfau dient der finanziellen Absicherung der Existenzgründung. Träger ist das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen. Förderberechtigt sind Absolventen einer nordrhein-westfälischen Hochschule/Fachhochschule, deren Abschluss (Hochschulabschluss, Promotion, Habilitation) nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Gefördert werden:

Die Förderung besteht aus folgenden Leistungen:

Der jeweilige Existenzgründer wird dabei Mitarbeiter der Hochschule, ohne jedoch eine Arbeitsleistung gegenüber der Hochschule zu haben. Der Antrag ist dabei von der jeweiligen Hochschule zu stellen. Anträge können jeweils nur zum 1. September bzw. 1. März gestellt werden. Weitere Informationen sind im Internet unter www.money-study-go.de einsehbar.

Exist-Seed
Mit Exist-Seed wird die Vorbereitungsphase einer Existenzgründung gefördert, die Existenzgründung darf noch nicht vollzogen sein. Träger ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Förderung bezieht sich auf technologische und innovative Entwicklungen mit wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.

Die Förderung kann von folgenden Personen beantragt werden:

Die Förderung umfasst für ein Jahr:

Auch hier erfolgt die Antragstellung durch die Hochschule. Weitere Informationen sind im Internet unter www.exist.de einsehbar.


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