Die Werbeeinnahmen, die Fußball-Nationalspieler über den DFB beziehen, sind gewerbesteuerpflichtig (BFH, Urteil vom 22.02.2012 - X R 14/10).
Der Kläger war sowohl Lizenzspieler eines Vereins der Fußball-Bundesliga als auch Mitglied der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Arbeitsvertrag mit seinem Verein enthielt die Verpflichtung, auf Verlangen des DFB als Nationalspieler tätig zu werden. Daneben verpflichtete der Kläger sich gegenüber dem DFB schriftlich, bei Spielen und Lehrgängen der Nationalmannschaft die vom DFB gestellte Sportkleidung - mit Werbeaufdrucken - zu tragen, sowie an Werbeterminen mit der Nationalmannschaft teilzunehmen. Hierfür erhielt er einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die der DFB aus der Vermarktung der Nationalmannschaft erzielte.
Der Kläger vertrat die Auffassung, die Werbeeinnahmen seien Teil des über seinen Verein bezogenen Arbeitslohns. Demgegenüber sah das Finanzamt die Einnahmen als gewerblich an. Dies hatte zur Folge, dass neben der Einkommensteuer auch Gewerbesteuer zu entrichten war.
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Ansicht des Finanzamts in seinem Urteil bestätigt.
In steuerrechtlicher Hinsicht unterscheiden sich Gewerbetreibende von Arbeitnehmern dadurch, dass sie mit "Unternehmerinitiative" und "Unternehmerrisiko" handeln. Die Unternehmerinitiative des Nationalspielers sieht der BFH darin, dass er hinsichtlich der Werbeleistungen nicht in eine betriebliche Organisation seines Vereins oder des DFB eingegliedert gewesen sei und eine hinreichend freie Entscheidung habe treffen können, ob er an den Werbemaßnahmen mitwirken wollte. Das Unternehmerrisiko bejaht das Gericht, da einerseits die genaue Höhe der Vergütung ungewiss war und andererseits Ausfallzeiten nicht bezahlt wurden.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes vom 11.04.2012
(BFH, 22.02.2012 - X R 14/10)