Aktuell

Besteuerung Alleinerziehender im Brennpunkt

Die Besteuerung Alleinerziehender ist aktuell sowohl durch Gesetzesänderungen als auch durch Entscheidungen des Bundesfinanzhofs in den Fokus gerückt.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende/Steuerklasse II (Gesetzgeber)

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gemäß § 24b EStG wurde auf 1.908 EUR pro Kalenderjahr angehoben. Arbeitnehmer erhalten den steuerlichen Vorteil des Entlastungsbetrags im laufenden Jahr über die Steuerklasse II. Für jedes weitere zu berücksichtigende Kind besteht Anspruch auf einen Erhöhungsbetrag in Höhe von 240 EUR je Kalenderjahr. Um hiervon bereits im laufenden Jahr profitieren zu können, müssen Arbeitnehmer beim Wohnsitzfinanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Der Arbeitgeber wird den Freibetrag dann über das ELStAM-Verfahren bei der Lohnabrechnung zum Vorteil der Arbeitnehmer berücksichtigen.

Zur Besteuerung Alleinerziehender (BFH)

Der BFH hat mit dem Urteil vom 17.9.2015 (III R 36/14) unter anderem klargestellt, dass kein Anspruch auf einen höheren Entlastungsbetrag für Alleinerziehende besteht, wenn der andere Elternteil keinen Barunterhalt leistet. Des Weiteren könne ein Alleinerziehender weder wegen der Unterhaltsleistungen an seine Kinder noch wegen seiner besonderen Belastungssituation als Alleinerziehender außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Es besteht für Alleinerziehende auch kein Anspruch auf die Anwendung des verheirateten Eltern zustehenden sogenannten Splittingtarifs.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende im Jahr der Heirat (BFH)

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende kann nach dem BFH-Urteil vom 5.11.2015 (III R 17/14) Eltern, die die (bis 2012 mögliche) besondere Veranlagung für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung (§ 26c EStG) gewählt haben, anteilig für die Monate des Alleinstehens gewährt werden. Ob dieses Urteil auch Auswirkung auf die aktuelle Rechtslage haben wird, dürfte zu bejahen sein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Bernhard Hillmoth.